Der Wille Gottes – Thementag 1

Freude im Glauben – Andreas Langers Ausführungen

Andreas Langer beginnt seinen Vortrag mit der Feststellung, dass wir uns in einer Zwischenzeit zwischen Osterfest und Pfingsten befinden [00:06]. Das Thema der Themenwoche lautet „Der Wille Gottes“. Er zitiert 1. Thessalonicher 5, Vers 16: „Seid fröhlich allezeit“ [00:44] und Philipper 4: „Freut euch in dem Herrn alle Wege“ [00:54]. Paulus schreibe im 2. Korinther 1, Vers 24, dass sie Gehilfen der Freude der gläubigen Gemeinde seien [01:12]. Langer ist überzeugt, dass Gott uns menschliche Freude zuteilwerden lässt und uns gerne lachen sieht [01:42]. Er erwähnt, dass der Ausdruck der Freude bei jedem Menschen unterschiedlich ist und nennt als Beispiel Christen in Afrika, die laut lachen und tanzen [02:05].

Er gibt einen kurzen geschichtlichen Überblick über die Reisen des Paulus, der von Antiochia in Syrien ausging [02:42]. Paulus besuchte jüdische Synagogen, um die gute Botschaft zu verkünden [03:37]. Nach vielen Monaten oder Jahren landete er in Thessaloniki und Beröa, wo Gemeinden gegründet wurden [04:02]. In Thessaloniki gab es große Widerstände, aber Paulus konnte dennoch eine Gemeinde gründen [04:10]. Die Briefe an die Thessalonicher wurden von Korinth aus über Timotheus verschickt, um die Gemeinden im Glauben zu ermutigen und zu stärken [04:39]. Andreas Langer erwähnt 1. Thessalonicher: „Prüft alles das Gute aber behaltet“ [05:12] als Jahreslosung. Der Brief Paulus’ weist auf den Weg zum wahren Glück hin [05:30].

Sein Vortrag gliedert sich in drei Bereiche: Ausdruck und Form des Glaubens, Bedeutung und Wesen des Glaubens [05:42]. Er spricht über die Bundeslade, die von Gläubigen als Zeugnis Gottes verstanden wird [06:13]. In der Bundeslade befanden sich Manna, die zwei Tafeln mit den Zehn Geboten und Aarons Stab [06:48]. Er erzählt, wie die Bundeslade in die Hände der Philister gelangte und David sie nach Jerusalem zurückbringen wollte [07:06]. Dabei verstarb Usa, als er die Lade berührte, da nur der Hohepriester sie anfassen durfte [07:23]. David brachte die Lade daraufhin zu Obed-Edom, dessen Haus gesegnet wurde [08:04].

Andreas Langer liest aus 2. Samuel 6, Verse 11 bis 23 vor [08:43]. Er hebt hervor, wie David vor dem Herrn tanzte und Michal ihn dafür verachtete [09:31]. Er vergleicht Davids Freude mit der Entzückung gläubiger Christen [10:15]. Als Grund zur Freude nennt er, dass wir alles aus Gottes Hand empfangen [10:58]. Er spricht die Herausforderung der Freude im Heiligen Geist an und zitiert Galater 5, Vers 25, wo Freude als Frucht des Heiligen Geistes beschrieben wird [11:32]. Bei fehlender Freude und Depression fragt er, ob dies an einem Mangel des Heiligen Geistes liegen könnte [11:41].

Mittel, um den Heiligen Geist zu empfangen, sind:

  • Die Erkenntnis, dass der Heilige Geist in jedem Gläubigen wohnt [12:27].
  • Das Lesen des Wortes Gottes, das als Liebesbrief und Anweisung für ein gelingendes Leben dient [12:51].
  • Buße und Sündenerkenntnis, um mit Gott versöhnt zu leben [13:08].
  • Das Bitten um den Heiligen Geist in der Gemeinschaft, um von Gott geführt zu werden [13:43].

Er spricht auch über die literarische Freude am Wort Gottes, das über 1600 Jahre von 66 Verfassern geschrieben wurde und ein geschlossenes geistliches Werk bildet [13:59]. Gottes Wort irrt nicht, auch wenn es manchmal schwer ist [14:39]. Psalm 119, Vers 162 wird zitiert: „Ich freue mich über dein Wort wie einer der große Beute macht“ [15:07]. Johannes 20, Vers 20 wird erwähnt, wo die Jünger sich freuten, als sie den auferstandenen Herrn sahen [15:26]. Er erwähnt auch Bertolt Brecht, der die Bibel als das bedeutendste Buch für sich bezeichnete [16:05], da Luther die deutsche Sprache und Kultur prägte und die Zehn Gebote die Grundlage vieler Rechtsordnungen bilden [16:35].

Die beobachtende Freude zeigt sich an der Schöpfung, an Erfolgen in der Missionsarbeit und wenn Menschen zu Jesus finden [16:57]. Kolosser 5 wird zitiert, wo Paulus sich freut, die Ordnung und den festen Glauben der Gemeinde zu sehen [17:17]. Freude an der Gemeinschaft ist auch bei räumlicher Trennung möglich [17:24]. Die konzessive Freude bedeutet Freude trotz aller Widrigkeiten [17:57]. Die Apostel freuten sich, wenn sie des Herrn wegen verfolgt wurden, da dies ein Zeichen der Stärke ihres Glaubens ist [18:15]. Die eschatologische Freude ist auf die Endzeit und Ewigkeit gerichtet [18:55]. Die temporale Freude drückt ein Nahverhältnis im Hier und Jetzt aus [19:25].

Wir können uns freuen über:

  • Die Schönheit der Schöpfung [19:51].
  • Das Geschenk des eigenen Lebens [20:08].
  • Freunde, Familie und Kinder [20:08].
  • Arbeit und Aufgaben in vielfältigen Bereichen [20:18].
  • Das Aufwachsen in einer guten christlichen Familie [20:36].
  • Jesu Opfer am Kreuz für unsere Sünden [20:46].
  • Die Zugehörigkeit zu Gottes auserwähltem Volk und die Geschwister im Glauben [21:06].
  • Die Verheißung, Jesus und gläubige Freunde und Familie wiederzusehen [21:06].

Andreas Langer erzählt von der tierischen Freude seines Hundes Elvi, um zu verdeutlichen, wie wichtig Beziehung zu Gott ist, aus der Nähe und Liebe entstehen [21:27]. Er schließt mit einem Gebet, in dem er Gott für die Freude dankt, die er uns schenkt, und für seine Begleitung durch die Woche [22:18].

Der Wille Gottes als Grundlage der Freude – Andreas Scharfs Ausführungen

Andreas Scharf knüpft an Andreas Langers Vortrag an und greift zwei Punkte auf [23:08]. Er stellt die Frage nach dem Satz „Freut euch alle Zeit“ [23:24] im Kontext des Themas „Der Wille Gottes“. Er fragt, ob dies als „Wille Gottes für mich“ oder „Wille Gottes von mir“ zu verstehen ist [23:38]. Er betont, dass „Freut euch alle Zeit“ zunächst eine Anweisung ist, etwas, das Gott von uns möchte [24:08].

Er problematisiert, dass Freude schwierig ist, wenn es keine Grundlage dafür gibt [24:43]. Ohne eine Grundlage wird Freude zu einer erzwungenen Aktivität [24:54]. Andreas Scharf hebt hervor, dass es eine Grundlage zur Freude geben muss, die darin besteht, dass Gott etwas für uns getan hat [25:01]. Er greift Andreas Langers Hinweis auf Beziehung auf und stellt fest, dass uns heute im menschlichen Verständnis der Beziehungsaspekt fehlt, besonders in westlichen Gesellschaften [25:10]. Beziehung bedeute auch Bindung [25:51].

Er kritisiert, dass viele sich nicht mehr trauen, Beziehungen einzugehen, aus Angst vor Enttäuschung [26:25]. In unserer Zeit sei man beziehungsfeindlich und bindungsscheu geworden [26:36]. Bindung bedeute Verbindlichkeit, zu jemandem zu stehen und an einer Sache dranzubleiben [26:44]. Er hinterfragt, was wirklich wichtig, elementar und beständig ist [26:56]. Er kritisiert, dass Entscheidungen oft auf Mehrheitsmeinung oder Nützlichkeit basieren (Utilitarismus) [27:08]. Dieses Denken führe dazu, dass man nicht mehr bindungsfähig sei, sondern meinungs- und nützlichkeitsorientiert [27:43].

Andreas Scharf kehrt zur Frage der Freude zurück und betont, dass ohne Beziehungsfähigkeit zu Gott und ohne Bindung Freude nicht echt sein kann [28:08]. Er argumentiert, dass der Satz „Freut euch alle Zeit“ nur Sinn macht, wenn er auf einer Grundlage basiert, dass Gott etwas in uns gelegt und gegeben hat, sodass wir uns freuen können [29:05]. Er stellt fest, dass es immer einen Grund zur Freude gibt, auch wenn die Umstände schwierig sind [29:32]. Dieser Grund liegt nicht in äußeren Dingen, sondern liegt in Gott begründet [29:45].

Er fasst zusammen, dass der Wille Gottes von uns immer die Grundlage hat, dass Gott etwas für uns getan hat und für uns eingetreten ist [30:03]. Dies mache Gottes Willen beständig und unabhängig von Zeit und Umständen [30:37]. So sei „Freut euch alle Zeit“ keine Anweisung, sondern ein Lebensmotto [31:03]. Wenn man nicht beziehungs- und bindungsfähig sei, könne man sich nicht freuen, da die Grundlage fehle und man keinen Gegenüber habe [31:13]. Er betont, dass Gott uns als Gegenüber geschaffen hat und Gott selbst ein Beziehungswesen ist (Vater, Sohn, Heiliger Geist) [31:31]. Freude sei wunderbar, wenn sie geteilt werden könne [31:48]. Er schließt mit einem Gebet, in dem er Gott für seine Gegenwart und die Grundlage zur Freude dankt, sowie für die Kraft, Mut, Hoffnung und Wahrheit, die er schenkt [32:12].

(0 Bewertungen)
Other Sermons
Recent terms