Ditmar Bangel: Das Trachten nach dem Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit
Ditmar Bangel beginnt seine Betrachtung des umfassenden Themas “Wille Gottes” mit einem zentralen Zitat aus Matthäus 6, Vers 33: „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden“. Er betont, dass Gottes tiefster Wunsch ist, dass wir Ihn ehren und Seine Gerechtigkeit suchen, statt uns um weltliche Belange zu sorgen, denn alles Notwendige wird uns zur rechten Zeit gegeben.
Er reflektiert, dass es für ihn persönlich einfacher ist, sich nicht um materielle Sorgen wie Kleidung oder Nahrung zu kümmern, da er keine Familie versorgen muss. Obwohl ihm dadurch mehr Zeit für Gottes Reich zur Verfügung stünde, gesteht er ein, diese Zeit selten wirklich zu nutzen. Er räumt ein, dass Essen und Trinken für ihn oft wichtiger sind als geistliche Gespräche oder die Weitergabe des Evangeliums, auch wenn Momente, in denen er Gott über seine Bedürfnisse gestellt hat, ihm große Freude bereitet haben.
Ditmar liest die Verse Matthäus 6, 31-33 im Kontext und erinnert an die Aussendung der Jünger Jesu, die ohne Vorräte loszogen, aber dennoch wunderbar versorgt wurden, weil Gott die Herzen der Menschen öffnete, um sie aufzunehmen.
Als weiteres Beispiel nennt er das Leben von Georg Müller aus dem 19. Jahrhundert, der sich ausschließlich auf Gottes Versorgung verließ, um Waisenkinder zu betreuen. Müller rief nie zu Spenden auf, sondern vertraute darauf, dass Gott für alles Notwendige sorgen würde, und die Waisenkinder wurden oft auf wundersame Weise versorgt. Ditmar teilt auch persönliche Erfahrungen, in denen Gott ihn in Notsituationen versorgt hat, wie die unerwartete Unterkunft nach einer Zugverspätung in Hamm. Er schließt mit der Erkenntnis, dass das Tun von Gutem Freude bringt und dass wir Botschafter Jesu Christi sind.
Zum Abschluss zitiert Ditmar Bangel:
- Psalm 119, Vers 94: „Ich bin dein, hilf mir, denn ich habe nach deinen Befehlen getrachtet“.
- Psalm 119, Vers 173: „Deine Hand komme mir zur Hilfe, denn ich habe deine Befehle erwählt“.
- Markus 9, Vers 24: „Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf meinem Unglauben!“.
Ortwin Weber: Gottes Wille durch biblische Prinzipien und guten Wandel erkennen
Ortwin Weber beginnt seine Predigt, die den Abschluss dieser Themenreihe bildet, mit persönlichen Einblicken in seine Schwierigkeiten mit dem Willen Gottes, insbesondere in Bezug auf seine Heirat. Er beschreibt, wie er sich in ein Mädchen aus Kasachstan verliebte und von den leitenden Brüdern der Gemeinde gefragt wurde, ob er hundertprozentig sicher sei, dass dies der Wille Gottes sei. Er war unsicher, da die Bibel keine direkten Antworten auf solche spezifischen Fragen gibt und er keine “Augen-zu-Bibel-auf-Methode” anwenden wollte. Er betonte, dass es sich richtig anfühlte, aber er konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob es Gottes Wille war.
Er illustriert die Bedeutung von biblischen Prinzipien an einem humorvollen, aber ernsten Beispiel eines Mannes, der einer verheirateten Frau sagte, Gott habe ihm offenbart, dass sie seine Frau werden solle. Ortwin erklärt, dass man in solchen Fällen nach biblischen Prinzipien handeln muss, wie dem, dass Gott keine Scheidung will. Er betont, dass es ungemein hilft, die Prinzipien Gottes zu verstehen und das Reich Gottes an erste Stelle zu setzen, um in unsicheren Situationen richtig zu handeln. Als Beispiel nennt er die Berufswahl: Ein Job als Kellner in einer Diskothek mag finanziell attraktiv sein, widerspricht aber biblischen Prinzipien wie „sitzt nicht da, wo die Spötter sitzen“.
Ortwin betont die Wichtigkeit, im Wort Gottes zu bleiben, um diese Prinzipien zu verinnerlichen und in schwierigen Fragen ableiten zu können, was Gottes Wille ist. Er liest aus 1. Petrus Kapitel 2, Vers 15: „Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutes Tun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt“. Er erklärt, dass dieser Vers darauf abzielt, die „Dummheit der dummen Menschen“ zum Schweigen zu bringen.
Er unterteilt den Text in zwei Blöcke:
- Verse 9-12 behandeln das Verhalten gegenüber Nachbarn und Arbeitskollegen. Er zitiert 1. Petrus 2, 9-12: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat; die die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber ein Volk Gottes seid; die ihr nicht Barmherzigkeit empfangen hattet, jetzt aber Barmherzigkeit empfangen habt. Geliebte, ich ermahne euch als Beisassen und Fremdlinge, dass ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet, und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tag der Heimsuchung“.
- Ab Vers 13 geht es um die Unterordnung unter menschliche Autoritäten. Er zitiert 1. Petrus 2, Vers 13: „Ordnet euch aller menschlichen Einrichtung unter um des Herrn willen“.
Ortwin betont, dass Christen oft angegriffen werden, weil sie anders sind. Er erklärt, dass ein guter Wandel der einzige Weg ist, diesen Angriffen entgegenzuwirken, und dass Diskussionen oder Ausraster nutzlos sind. Er nennt als Beispiel einen guten Wandel innerhalb der Gemeinde, wo Menschen nach dem Gottesdienst zusammenbleiben und einander helfen.
Zum Schluss zitiert er Lukas Kapitel 6, Verse 33-39, um zu verdeutlichen, dass wir nicht nur denen Gutes tun sollen, die uns Gutes tun: „Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie gleiche das Gleiche wieder empfangen. Doch liebt eure Feinde, tut Gutes und leiht ohne etwas wieder zu hoffen, und euer Lohn wird groß sein.“ Er schließt damit, dass Segen im Hören auf den Herrn liegt und dass ein guter Wandel Menschen zur Buße rufen kann, indem sie entweder Gott am Tag der Heimsuchung loben oder zu seinen Dienern werden.
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